video-online.net:interviews(キング・コング)

早く新作公開しないですかねぇ。
新作が無いことには、インタビュー記事も古いのしか出てこなくて、少し残念ですね。
キング・コングご出演時のインタビューです→こちら

しかしですね、船長の写真よりも、Der solist(ですよね?この画像)の写真がメインで載っているのが面白いです。

中味はまだ読んでいません。
いつか・・・読み・・・たいなぁ。なんて。





Thomas Kretschmann - Am Ball geblieben ...

(tsch) Er ist immer noch der sympathische, nette Kumpel von nebenan. In Deutschland bewegt sich Thomas Kretschmann weitgehend unbehelligt. Nur wenige kennen den Berliner, der vor Jahren auszog, um Hollywood zu erobern. Im Gegensatz zu unzähligen anderen Schauspielkollegen gelang es ihm mit Bravour. Kretschmann ist der erfolgreichste deutsche Darsteller in den USA. In seiner Filmografie finden sich Produktionen wie "Der Untergang", "U-571" und "Head in the Clouds". Jetzt klettert der 43-Jährige als zynischer Kapitän und Abenteurer in "King Kong" eine weitere Sprosse nach oben. Im Interview spricht er über seine Faszination für extreme Rollen, seine Beziehung zum Wohnsitz Kalifornien und seine ganz besonderen Weihnachtsplanungen.

teleschau: Was macht Sie so sexy für Hollywood?

Thomas Kretschmann: Rückblickend muss ich feststellen, dass es mit meiner Karriere in Hollywood auch nicht hätte klappen müssen. Aber ich hatte das nötige Stehvermögen. Und das Wichtigste bleibt immer noch das Glück. Bei den Amerikanern ist es kein Thema, ob ich nun Deutscher bin oder etwas anderes. Entweder man erfüllt den Maßstab für eine Rolle oder nicht. Bei großen Filmen kommt dazu, dass man von einem Studio ge-greenlighted werden muss, das heißt: Ist mein Name bekannt genug, dass ich es wert bin, mit dabei zu sein? Man braucht einfach einen Film, der knallt. Das war bei mir "Der Pianist" von Roman Polanski. Doch die meisten Karrieren sind so schnell wieder vorbei, wie sie angefangen haben. Ich konnte aber am Ball bleiben.

teleschau: Wie skrupellos mussten Sie sein?

Kretschmann: Ich halte es für blanken Unsinn, dass sich manche Leute einreden, sie könnten es schaffen, indem sie nur auf Partys herumlungern. Klar: Der Konkurrenzdruck ist immens. Die ganze Welt schielt nach Hollywood, weil dort die Industrie angesiedelt ist. Bei einem Casting ist man unter Tausenden, die genauso gerne die Rolle haben wollen. Da hilft alles Schleimen nichts, Skrupellosigkeit auch nicht. Man muss dem Kriterienkatalog genügen.

teleschau: Mittlerweile können Sie sich Ihre Rollen aussuchen. Was reizt Sie am meisten?

Kretschmann: Es müssen nicht immer Filmperlen sein. Natürlich wird von Hollywood auch viel Mist auf den Markt geworfen. Aber manchmal macht es eben auch Spaß, in einem riesigen und teuren Trashfilm mitzuspielen. Es muss ja nicht immer an die Eingeweide gehen. Ich muss ja auch Spaß haben dürfen. Nun bin ich in "King Kong" eben der abenteuerlustige Kapitän - nicht unbedingt eine Figur, in der ich mich sofort wiedererkannt habe. Aber so sehr unterscheide ich mich gar nicht von der Rolle. Kapitän Englehorn ist ein charmanter Zyniker, der den Gegenpol bildet zu der Rolle von Jack Black, der den etwas durchgedrehten Künstler mimt. Ich bin dafür da, den Haufen zusammenhalten und übe mich fleißig in Zynismus. Auch das macht manchmal Spaß.

teleschau: Sind Sie in Kalifornien wirklich heimisch geworden?

Kretschmann: Ich lebe zwar mit meiner Familie in Los Angeles, habe aber nicht vor, dort begraben zu werden. Wie ich mich fühle, wenn meine Kinder Teenager werden, lässt sich auch noch nicht abschätzen. Vielleicht wird mir das Land dann doch zu einfarbig, und vielleicht möchte ich dann, dass meine Kinder lieber in Deutschland leben. Pässe haben sie schon. Das war mir wichtig. Diese Flexibilität möchte ich mir erhalten. So habe ich mein ganzes Leben gelebt: Ich ging nicht nach Los Angeles, weil ich ein Hollywood-Star werden wollte. Ich wollte es mir mal anschauen, hätte mich aber genauso gut weitertreiben lassen können. Es gibt ja solch großartige Kollegen, die denken, dass man nur Schauspieler sein sollte, wenn man nicht ohne diesen Beruf leben kann. Was für ein Blödsinn!

teleschau: Für einen amerikanischen Fernsehsender spielten Sie kürzlich den Papst. Was reizt Sie an solchen Rollenwechseln?

Kretschmann: Der Papst kam für mich nach "King Kong". Genau dahin wollte ich immer: Ich wollte extrem sein. Meine Bandbreite sollte so weit wie möglich gefächert sein. Ich will den Charakter, den ich verkörpere, ja auch verteidigen können. Diese Herausforderung war für mich in der Rolle von Papst Johannes Paul II natürlich sehr viel größer als bei einem Film wie "King Kong". Ich habe mir damit eine ungeheure Verantwortung aufgeladen, weil alle Welt ihn kennt und verehrt hat. Hinzu kommt, dass ich ihn von 20 bis 84 Jahren gespielt habe, wobei mir die älteren Jahre noch leichter gefallen sind als die jüngeren. Bei "King Kong" war es eher der Triumph, eine Rolle in einem Film zu bekommen, in dem ganz Hollywood mitspielen wollte. Aber seien wir mal ehrlich: Meinen Part hätte nun wirklich jeder spielen können, ohne den Film zu beschädigen. Dank an den Regisseur Peter Jackson, der das sicherlich anders sieht.

teleschau: Sind Sie religiös?

Kretschmann: Ich bin überhaupt nicht religiös, habe aber in mir eine große Leidenschaft für den Papst als Menschen entdeckt. Es ist weniger ein Film über Religion als vielmehr über eine spirituelle Reise, über einen Mann, der wirklich gottnah ist. Ich habe mich damit intensiv auseinander gesetzt. Eigentlich sah ich die Kirche immer skeptisch, das ist auch heute noch so. Religion jeglicher Art wird noch immer dazu benutzt, um Kriege zu führen, aber auch um auf anderer Ebene Gewalt auszuüben: zu viel Vernichtung im Namen der Religion. Johannes Paul II wollte aber wirklich Liebe geben und für die Menschen da sein. Er hat sein Leben für die Kirche und die Menschen aufgegeben. Ich glaube heute, dass er wirklich einen Dialog mit Gott hatte. Natürlich hat er, wie jeder andere Mensch auch, viele Fehler gemacht. Mit vielen Sachen war ich nicht einverstanden. Aber so viel Leidenschaft berührt mich einfach.

teleschau: Nun sollen Sie bald in einem Kannibalen-Film zu sehen sein ...

Kretschmann: Der Film spielt zwar in Deutschland, wurde aber in den USA produziert. Darin geht es um eine Begebenheit, die sich vor fünf bis sechs Jahren ereignet hat, als sich zwei Männer übers Internet kennen gelernt haben und der eine den anderen aufgegessen hat.

teleschau: Sie arbeiten viel, wie viel Zeit bleibt da noch für die Familie?

Kretschmann: Nicht sehr viel. Ich versuche natürlich, so viel Zeit mit ihnen zu verbringen, wie ich kann. Bei "King Kong" konnte ich sie auch mitnehmen. Ich finde meine Kinder sowieso sehr erwachsen und ausgeglichen, gerade weil sie viel in der Welt herumkommen. Jetzt hatten sie die Möglichkeit, mit mir in Neuseeland bei den Dreharbeiten zu sein. Peter Jackson war ganz rührend und hat ihnen die ganzen "Herr der Ringe"-Ausstattungen gezeigt. Mein Sohn hat alle Kostüme von Orlando Bloom angezogen. Ich weiß gar nicht, wie viele Fotos wir mit Schwertern und Kostümen geschossen haben. Natürlich sind sie dann auch stolz auf ihren Papa, dass er solche Sachen macht, und fühlen sich fast schon beteiligt an der "King Kong"-Produktion: Meine fünfjährige Tochter hat die Maskenbildnerin gefragt, ob sie mich schminken darf. Das sind einmalige Erfahrungen für die Kids, die man ihnen sonst nicht vermitteln könnte.

teleschau: Wie bringen Sie es über das Herz, immer wieder lange Wochen in der Fremde zu drehen?

Kretschmann: Wenn ich wie jetzt herumreise, mal hier, mal dort bin, oder wenn ich wie beim Papst-Film zwölf Stunden am Tag drehe und vier Stunden zusätzlich in der Maske sitze, und das sechs Tage in der Woche, dann liege ich sonntags halb tot im Hotel. In solchen fünf Wochen nehme ich die Kinder natürlich nicht mit, weil ich mich ja gar nicht um sie kümmern könnte. Dann komme ich aber nach Hause, mache drei Wochen Pause und bin jeden Morgen da, wenn sie aufwachen. Ich kann sie zur Schule bringen, sie abholen, nachmittags mit ihnen spielen und sie abends ins Bett bringen. Das ist eine Zeit, die man als normaler Vater eigentlich nicht hat, weil man ja tagtäglich um sieben Uhr ins Büro und abends um sieben erst wieder da ist.

teleschau: Wo werden Sie Heiligabend sein?

Kretschmann: Der Familienrat hat noch nicht entschieden. Ich fliege im Dezember nur noch hin und her. Die "King Kong"-Premieren werden mich wohl ganz schön schlauchen: New York, Berlin, darauf London, Paris und Neuseeland: Jeden zweiten Tag werde ich in einem anderen Land sein. Das geht durch bis Weihnachten. Aber ich halte es für eine gute Idee, dass ich, wenn wir in Wellington sind, die Kinder nach Neuseeland einschiffe und wir einfach dort bleiben - dann aber richtig mit Christbaum und Bescherung am Heiligabend. Vielleicht feiern wir ja in dem berühmten Hobbit-Haus von Peter Jackson, aber bestimmt nicht in der King Kong-Höhle. (Leif Kramp)

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by fendi_jp2 | 2006-10-25 02:05 | King Kong